Handelshof Leipzig Stadtbau Reichsstraße 1-9

Hôtel de Pologne

Hainstraße 16/18, Leipzig

Die Hainstraße 16/18 ist eines der wenigen von Arwed Rossbach gestalteten und erhalten gebliebenen Bauwerke in Leipzig. Der bedeutende Architekt prägte das Stadtbild um 1900 mit Gebäuden wie der Universitätsbibliothek Albertina oder der Deutschen Bank.
Die Anfänge der Liegenschaft reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Ursprünglich handelte es sich um drei Grundstücke, deren Gebäudebestand 1843 vom Gastronomen Pusch zusammengefasst wurde und die als „Hôtel de Pologne“ Geschichte schreiben sollten. Berühmt wurde das Haus durch seinen großartigen, reich verzierten Festsaal. Ein Brand bereitete den rauschenden Ballnächten jedoch 1847 ein Ende. Das „Hôtel de Pologne“ wurde komplett zerstört. Kurz darauf entstand ein neues, einheitliches Gebäude und eröffnete erneut unter gleichem Namen. Mit fünf Etagen, 13 Fensterachsen und 130 Zimmern war es das größte Leipziger Hotel seiner Zeit, das mit seiner zudem üppigen Ausstattung alle Fremdenherbergen der Stadt in den Schatten stellte. Durch die Feder Rossbachs verströmt die Hainstraße 16/18 seit 1891 das Flair der florentinischen Renaissance. Die Pläne des voran gegangenen Jahres, die Liegenschaft in eine prächtige Passage umzuwandeln, hatte man zu Gunsten eines völligen Umbaus aufgegeben. Innenarchitektonisch konnte das Gebäude danach den Vergleich mit monumentalen Hotelbauten bestehen. Erhalten blieben eine imposante Marmor-Freitreppe mit kunstgeschmiedetem Handlauf, drei neobarocke Fest- und Speisesäle mit zeitgenössischen Stuckaturen und Wandmalereien sowie separatem Aufgang. Die Hainstraße 16/18 wurde bis 1917 als vornehmes Hotel geführt. Später war sie das Österreichische Messehaus und zuletzt Sitz des Leipziger Messeamtes. Die  Sälen wurden weiterhin für Veranstaltungen genutzt.

Baujahr:

1847/48


Gebäude:

1


Nutzfläche (netto):

8.700 qm


Nutzung:

Büro, Einzelhandel, Event- und Tagungsräume


Maßnahme:

Im Zuge der denkmalschutzgerechten Sanierung wurden historische Elemente wie die einzigartige Putzfassade, die Marmor-Freitreppe und die neobarocken Säle originalgetreu restauriert. Der große Innenhof erhielt ein Glasdach. Das Hôtel de Pologne ist gekennzeichnet durch eine dreiteilige Nutzung. Im Erdgeschoss entstanden Einzelhandelsflächen sowie ein Café. Die oberen Geschosse werden als Büro und Tagungszentrum genutzt. Die Ballsäle stehen dem breiten Publikum als Veranstaltungsräume für unterschiedliche Anlässe zur Verfügung.


Status:

abgeschlossen



Besonderheit:


Für die vorbildliche Sanierung und Restaurierung des ehemaligen "Hôtel de Pologne" - insbesondere der neobarocken Festsäle - wurde die Leipziger Stadtbau AG im Jahre 2014 mit einer Anerkennung im Rahmen des Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege 2014 geehrt.

 

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